Christophs Weblog

Vierundzwanzig sind zu wenig

[AllesBesser] Früher war alles Besser …

Sehr oft fallen mir Dinge oder Begebenheiten auf, die früher selbstverständlich waren und inzwischen nicht mehr existieren. In der neuen Kategorie „AllesBesser“ möchte ich mal beginnen, solche Erinnerungen zu dokumentieren …

Lange Donnerstage: Früher war eigentlich in allen Läden um 18 Uhr Feierabend. Es war schon was besonderes, dass mal ein Laden bis 18:30 Uhr geöffnet hatte. Irgendwann in den 90er gab es dann plötzlich die „Langen Donnerstage“, an denen viele Läden bis 20 Uhr geöffnet hatten. Die gesetzliche Regelung wurde immer weiter gelockert, so dass es inzwischen sogar Supermärkte gibt, die bis 22 oder sogar 24 Uhr geöffnet haben.

Langer Samastag: Jeder erste Samstag(?) im Monat war der „lange Samstag“, an dem die Läden bis 16(?) Uhr geöffnet hatten und nicht wie üblich um 14(?) Uhr schlossen. Das gibt es heute nur noch bei manchen Einzelhändlern, aber fast alle anderen haben auch am Samstag grundsätzlich bis 20 Uhr geöffnet.

Schulunterricht am Samstag: Früher hatten wir alle 14 Tage Samstagsunterricht in der Schule – ich glaube es waren immer 4 Stunden. Irgendwann wurde das mal abgeschafft und durch Nachmittagsunterricht abgelöst. Trotzdem war bei uns der Schulunterricht üblicherweise um 13:05 Uhr beendet.

Getränkedosen-Öffner: Wenn man überhaupt noch eine Dose findet, dann hat man heute so einen Umklapp-Bügel, der ein vorgestanztes Loch im Deckel aufbricht und dann wieder zurückgeklappt wird. Früher war an dieser Stelle eine Lasche, mit der man den vorgestanzten Bereich komplett rausgezogen hat. Diese Laschen mit dem scharfkantigen Deckelausschnitt lagen dann überall auf der Straße herumm 😉

Mülltonne: Früher gab es bei uns nur die „schwarze“ Mülltonne, Glas und Altpapier musste man regelmäßig zum Container bringen und seperat entsorgen. Eine Gelbe oder Grüne Tonne gab es nicht.

Handys(1): Handys gab es nicht! Wie man sich genau gefunden hat, wenn man sich verabredet hatte, aber etwas später kommen musste oder eventuell den Treffpunkt nicht finden konnte … ich kann es mir nicht mehr vorstellen. Vermutlich war man einfach geduldiger und hat länger gewartet …

Handy(2): Handyverträge hatten keine Flatrate, sondern es gab Haupt- und Nebenzeiten. Tagsüber hat die Minute ins Festnetz ca. 1,79 DM gekostet, also fast einen Euro, abends war es dann meist nur halb so teuer.

Telefon(1): Telefone hatten Wählscheimen und wenn man gewählt hat, dann hat des komisch in der Leitung geknattert (Impulswahl). die Mehfreqeuenzwahl konnte man auf den irgendwann aufkommenden Tastentelefonen manuell einschalten – dann klingelte das Telefon unmittelbar, nachdem man die letzte Taste gedrück hatte. Ansonsten hat es bei längern Nummern oft noch einige Sekunden gedauert, bis alle Impulse gesendet waren und die Verbindung aufgebaut war.

Telefon(2): Telefone hatten keinerlei Display und es wurden weder die eigene Rufnummern übertragen noch angezeigt. Irgendwann in den 90ern konnte man das dann als „CLIP“-Funktion aktivieren und insbesondere auf Handys war es von Anfang an möglich die Nummer des Gegenübers abzulesen, sofern CLIP aktiv war. Interessantes Detail: Die Rufnummer wird grundsätzlich übertragen und meines Wissens beim Handy nur nicht angezeigt bzw. beim Festnetz in der Vermittlungsstelle rausgefiltert. Damit kann z. B. die Polizei oder Feuerwehr grundsätzlich auf die Nummer des Anrufenden zugreifen.

Radio: Ganz am Rand des UKW-Frequenzbereichs (bei ca. 87 MHz) gab es früher den „Wellensalat“, ein gepiepse und gedudle, dass man immer dann zu hören bekam, wenn man zu weit an den Rand gedreht hatte. Es handelte sich dabei um die Signale von Eurosignal, einem Funkrufnetz zum drahtlosen Personenruf, dass ca. 1974 eingeführt und 1997 zugunsten der sich immer mehr verbreitenden Handynetze deaktiviert wurde.

Post(1): Früher gab es nur die Post – die hat sowohl Telefon, Bankgeschäfte als auch das Briefegeschäfte vereint. Inzwischen ist alles privatiert und in verschiedene Einheiten augesplittet.

Post(2): Früher waren die Postleitzahlen vierstellig und man hat teilweise hinter den Ortsnahmen noch eine Ziffer ergänzt, um auf den Zustellbezirk hinzuweisen. Mit dem Slogan „Fünf ist Trümpf“ hat „Rolf“ nach der Wiedervereinigung die 5-stelligen Postleitzahlen eingeführt.

Länder-Aufkleber: Mit den neuen EU-Nummernschildern wird auch der typische ovale D-Aufkleber überflüssig, welcher kennzeichnen sollte, dass das Auto bzw. man selbst aus Deutschland kommt.

Geld(1): Vor der Umstellung auf den Euro am 01.01.2002 gab es die Deutsche Mark (DM). Die „klassischen“ Scheine waren von etwa 1960 bis 1989 im Gebrauch (z. B. der blaugraue Lockenkopf und das Segelschiff Gorch Fock auf dem 10 DM Schein). Ab 1989 gab es dann komplett umgestaltete Scheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen.

Geld(2): „Bank Deutscher Länder“ war ein Prägung, die man regelmäßig auf Münzen finden konnte, die um ca. 1949 hergestellt wurden. Danach lautete der Text an der gleichen Stelle Bundesrepublik Deutschland.

Auto: In meiner Jugend war eine Zentralverriegelung im Auto völlig ungewöhnlich, einen Airbag gab nicht und auch keine Gurtpflicht. Letztere wurde zwar schon ab 1976 eingeführt, aber erst Mitte der 80er mit einem Bußgeld belegt.

Das war mal die erste Ladung … aber bestimmt fällt mir noch viele mehr ein 🙂

 

[Kommentare]

Autor: Bernd am 09.08.2010, 07:44 Uhr

Ja, ja, was einem alles einfällt, wenn man dem Kind die Welt (wie sie mal war) erklären möchte. 😉
Dennoch war natürlich nicht alles was du aufgezählt hast früher eindeutig besser.

Zum letzten Punkt mit den Zentralverriegelungen: Wir hatten damals zufällig einen total noblen Passat mit ZV, allerdings gingen die damals noch pneumatisch, was ich auch einen sehr interessanten Punkt finde. Schließt der Fahrer auf, gehen die anderen Türen mit 1-2 Sekunden Verspätung und einem *flupp*-Geräusch anschließend auf. Wenn man das 5 mal macht ohne den Motor laufen zu lassen ist der Druckbehälter leer und die ZV tut nicht mehr. 😉 Klopfte man gezielt auf eine bestimmte Stelle einer Tür, konnte es sein dass diese dadurch auf ging weil man einen Druck im ZV-System erzeugt hat.

 

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