Christophs Weblog

Vierundzwanzig sind zu wenig

[AllesBesser] Schreibmaschine und Nadeldrucker

Heute wird bei uns Sperrmüll abgeholt und prompt habe ich den nächten Eintrag für diese Kategorie: Die Schreibmaschine.

In der Zeit der PCs mit Drucker gibt es eigentlich keinen Bedarf mehr für Schreibmaschinen, aber ich erinnere mich noch gut daran, dass mein Vater eine elektrische Schreibmaschine mit Typenrad im Büro stehen hatte. Das Typenrad war eine Art Stern mit ca. 70-80 Strahlen, an deren Enden alle Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen befestigt waren. Nachdem man den gewünschten Buchstaben gedrückt hatte, drehte sich das Rad blitzschnell in die passende Position und ein Hämmerchen drückte den Buchstaben auf das Farbband und dieses druckte den passenden Buchstaben auf dem Papier.

Wenn man das Farbband zurückdrehte, konnte man genau alle Buchstaben ablesen, die zuvor geschrieben wurden (Datenschutz! ;-). Daneben gab es noch ein Korrekturband, mit dem man zuvor geschriebene Buchstaben wieder löschen konnte.

Selbst hatte ich allerdings nur eine kleine mechanische Reise-Schreibmaschine. Diese hatte viele kleine Hämmerchen, die direkt (wie beim Klavier) an die jeweilige Buchstabentaste gekoppelt waren. Schlug man hier zu fest, so wurde der Buchstabe dicker. Das Farbband war irgendwie in Tinte getränkt und es gab kein Korrekturband – wollte man etwas löschen, so hatte man Tipp-Ex-Papier, welches man zwischen Hämmerchen und Papier hielt und dann einen weißen Buchstaben an die zu löschende Stelle schrieb. Größtes Problem war hier, dass die Tasten immer einen Sekundenbruchteil benötigten, bis sie wieder zurück in die Ausgangsposition fielen. Drückte man hier zu schnell den nächsten Buchstaben, so verhakten sich die Arme und man musste sie manuell zurückschieben.

Und der Bezug zum Sperrmüll: Ich habe dort just heute eine alte mechanische Torpedo Schreibmaschine gefunden. Sie funktioniert noch einwandfrei, ist nur etwas staubig und zwei Tasten fehlen. Die Firma Torpedo hat 1967 die Produktion eingestellt – das Ding ist also locker 50 Jahre alt.

Ein ähnliches Thema ist der Nadeldrucker. Dieses lärmende etwas, mit dem auf Endlospapier mit vielen kleinen Nadeln vom PC aus ausgedruckt werden konnte, ist heute auch in kaum einem Büro mehr zu finden. Ich habe sogar mal Schallschutz-Kästen für die Drucker gesehen, damit man an seinem Arbeitsplatz nicht so belästigt wird. Vom Papier musste man dann am Ende noch den gelochten Rand abreißen, der für den gleichmäßigen Transport des Papiers durch den Drucker benötigt wurde.

[Kommentar]

Autor: Archivschachtel am 12.08.2010, 10:16 Uhr

Ein Kollege von mir schreibt seine Texte noch immer auf seiner mechanischen Reiseschreibmaschine und hat diese sogar neulich noch mal für ca. 80 Euro reparieren lassen. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Christophs Weblog © 2009-2017