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Vierundzwanzig sind zu wenig

Kontakte-Chaos

Eigentlich klingt es wie eine sehr einfach Aufgabe: Ich möchte meine Kontakte vom KDE-Adressbuch (KDE 4.2.2) sowohl in mein Outlook, als auch in mein Nokia E66 übertragen. Alle Komponenten unterstützen vcf/vcards und daher sollte das eigentlich problemlos funktionieren … sollte man meinen …

Problem 1: Outlook importiert nur einen Kontakt pro vcf-Datei! Ein einfacher Export im KDE-Adressbuch in eine große vcard-Datei ist also nicht möglich – glücklicherweise kann man KDE-Adressbuch aber auch anweisen, alle Kontakte in jeweils eine einzelne Datei zu exportieren.

Problem 2: Alle Handynummern fehlen: Beim Export in KDE-Adressbuch kann man zwischen „Private Felder“, „Geschäftliche Felder“, „Andere Felder“ und „Verschlüsselungsschlüssel“ wählen. Wählt man „Andere Felder“ ab, so werden keine Mobilfunknummer mehr exportiert. sind. Datene werden eigentlich „unwichtige“ Felder wie Notizen immer exportiert.

Problem 3: Umlaute werden nicht korrekt dargestellt: KDE-Adressbuch exportiert UTF8, aber Outlook erkennt das Format nicht und stellt sämtliche Sonderzeichen als Doppelbyte-Zeichen dar. Eine Lösung ist, alle Dateien in einer Schleife nach ISO-8859-15 zu konvertieren. Z. B. mit „for file in $(ls) ; do iconv -f utf8 -t ISO-8859-15 $file > konvertiert/$file; done“

Problem 4: Sonderzeichen in Dateinamen. KDE-Adressbuch benutzt den Anzeigenamen des Kontakts als Dateinamen der vcard. Hat man diesen per Copy&Paste in KDE-Adressbuch eingefügt, dann sind dort u. U. noch Sonderzeichen enthalten (z. B. ein ^J durch einen ignorierten Zeilenumbruch). Beim Anlegen der Dateien erhält man also u. U. „_vorname^Jnachname“, was bei der weiteren Verarbeitung Probleme macht.

Problem 5: Doppelte Namen: KDE-Adressbuch kann nicht damit umgehen, dass es Einträge gibt, die den identischen Anzeigenamen tragen. Das führt dazu, dass einer der beiden Einträge stillschweigend verloren geht. Workaround: Manuell nach Dubletten suchen und zusammenführen oder den Namen ändern.

Problem 6: „iconv: illegal input sequence at position 451“: Einige Kontakte (insbesondere via XING importierte Einträge) enthielten fehlerhafte Umlaute und Sonderzeichen (die bereits im KDE-Adressbuch teilweise nicht korrekt dargestellt wurden). Dies wurde jedoch von KDE-Adressbuch an keiner Stelle bemängelt – erst beim Konvertieren von UTF8 nach ISO-8859 fiel auf, dass es sich um kein gültiges UTF8-Zeichen handelte. Tragisch: iconv bricht die Konvertierung genau an der Stelle des fehlerhaften Zeichens ab und erzeugt eine halbfertige konvertierte vcard-Datei (die wiederum zu Folgefehlern führt). Für die Fehlersuche im KDE-Adressbuch ist es allerdings ganz hilfreich.

Problem 7: Zeilenumbruch in Multibyte-Zeichen: Eine vcard-Datei wird von KDE-Adressbuch auf ca. 76 Zeichen Zeilenbreite beschränkt. Steht an dieser Stelle zufällig ein UTF8-Multibyte-Zeichen, so wird ein Zeilenumbruch zwischen(!) den beiden Bytes eingefügt. Iconv erkennt das Zeichen nun nich mehr und kann die Datei auch nicht mehr konvertieren. Als Workaround reicht es hier nicht, das Zeichen im KDE-Adressbuch neu zu schreiben, sondern man muss den Text um einige Zeichen ergänzen, dass das Sonderzeichen nicht mehr am Zeilenende steht …

Problem 8: Massenimport nach Outlook nicht möglich: Der vcard-Importfilter erlaubt nur einzelne vcards. Zieht man alle zu importierenden vcards auf das Outlook-Fenster, so werden zum einen nur die ersten 70 importiert. Zum anderen muss man für jede vcard einmal klicken. Da nicht immer klar ist, welche „ersten 70“ importiert werden, muss man manuell passende Mengen ins Outlook ziehen.

Problem 9: Das Nokia Communication Centre hat zwar mit einem Massen-Import von einigen hundert vcards kein Problem – allerdings ignoriert es sämtliche Telefonnummern – ist absolut ungeeignet. Glücklicherweise kann man das Telefon auch mit den Outlook-Kontakten synchronisieren, so dass man hier einen (im Anbetracht von Problem 8 „mittelmäßigen“) Workaround hat.

Das muss einfacher werden!

Vor ca. einem Jahr habe ich mal versucht die Kontakte aus KDE via Bluetooth auf das Telefon zu übertragen und damals stürzte das Telefon bei der Übertragung regelmäßig ab. Aber vielleicht lag das ja an den defekten vcard-Einträgen (siehe oben) und funktioniert inzwischen besser …

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