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Vierundzwanzig sind zu wenig

Warum ich 1und1 nicht mag

Seit längerem betreibe ich mehrere dedizierte Server bei 1und1 und bin auch weitgehend damit zufrieden: Die Systeme laufen stabil und über das zentrale 1und1-Webinterface kann man das wichtigste regeln. Allerdings bin ich immer mal wieder entsetzt, was sich so ein Provider alles leisten darf …1) Ihr Backup wurde gelöscht: 1und1 bietet für die Server einen ftp-Backupserver an. Eines Tages kam eine E-Mail, dass der Backup-Speicherplatz resettet wurde und man doch bitte ein neues Backup anlegen solle. BITTE?

2) Ihr Server wurde vom Netz genommen: Wir hatten Testweise eine Windowsmaschine unter VMware auf einem der Server installiert. Diese Maschine hat aus unbekannten Gründen plötzlich große Mengen an Paketen verschickt (irgendein Netzwerkproblem, kein Virus oder ähnliches). Dem Monitoring von 1und1 ist das aufgefallen und automatisiert wurde der Server geblockt (was ja noch verständlich ist). Eine Freischaltung war aber erst wieder möglich, nachdem man eine schriftliche Unterlassungserklärung unterschrieben hatte.

3) Wir haben Ihren Server ausgetauscht und jetzt funktioniert er nicht mehr: Bei einem angekündigten Serverumzug in ein anderes Rechenzentrum, wurde eine Hardwareüberprüfung durchgeführt. Der zugegebenermaßen relativ alte Server hat dabei wohl Festplattenprobleme gemeldet und wurde kurzerhand ausgetauscht. Am nächsten Morgen fand ich dann ein System vor, dass

a) statt eines Intel-Prozessor/Chipsatz einen AMD-Prozessor/Chipsatz enthielt: richtig klasse bei einem für Intel hochoptimierten Gentoo-System/Kernel
b) einen neuen, generischen Kernel enthielt: Der 1und1 Techniker hat es ja nur gut gemeint, aber er darf trotzdem nicht einfach einen x-beliebigen Kernel installieren und versuchen damit zu booten. Mal abgesehen davon: Was hat er auf dem System überhaupt verloren?
c) mehrere defekte LVM-Partitionen hatte: Beim Kopieren der Daten auf den neuen Server ist wohl etwas schief gegangen und mehrere Partitionen mussten aus dem Backup wiederhergestellt werden
d) eine neuen Festplatte hatte und laut Support wurde die alte Platte umgehend vernichtet und sei nicht mehr zu bekommen (nein, nicht drei Wochen später, sondern innerhalb von 4 Stunden nach dem Servertausch. Ich glaub denen das bis heute nicht!)
e) keinen Reverseeintrag mehr für seine IP-Adresse hatte.

Wohlgemerkt: Bis zum Umzug funktionierte der alte Server problemlos.

Mein derzeit favorisierter Hosting-Provider ist HostEurope. Bislang habe ich den Eindruck, dass man dort wesentlich kundenorientierter ist und kann mir fast nicht vorstellen, dass die ähnlich rücksichtslos aggieren würden.

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